Funktionsweise von KEB Automation erleichtert Inbetriebnahme
Einfach loslegen, statt langwierige Einstellungen vorzunehmen: Möglich machen das innovative Kupplungs- und Bremsenlösungen von KEB Automation. Durch ein patentiertes Verfahren ist die Kupplung in der Lage, den Arbeitsluftspalt automatisch einzustellen. Zudem verfügen die Federkraftbremsen der Reihe COMBISTOP S1 über einen automatisch eingestellten Luftspalt. Sonst umfangreiche Einstellungsschritte durch den Anwender entfallen. Welchen Nutzen haben Anwender von den Plug&Play-Lösungen?
Innerhalb einer Kupplung ist der sogenannte Arbeitsluftspalt zunächst unscheinbar. Doch im Betrieb kommt ihm eine bedeutende Rolle zu. So trennt der Luftspalt die Ankerscheibe vom Rotor und muss dabei so gering eingestellt sein, dass die Kräfte des Magnetfelds größtmöglich sind. „Gleichzeitig muss der Arbeitsluftspalt aber auch groß genug sein, dass Ankerscheibe und Rotor im laufenden Betrieb nicht aneinandergeraten. Denn das kann gegebenenfalls zu Verschleiß und Schäden in der Kupplung führen“, sagt Thorsten Nolte, Vertriebsingenieur Bremsen und Kupplungen bei KEB.
Eine konkrete Folge wäre die ungewollte Vergrößerung des Luftspaltes und damit einhergehend eine Verringerung der Kraft des Magnetfeldes. Nicht zuletzt aus diesen Gründen setzt man in der Regel auf einen Luftspalt in einer Größenordnung zwischen 0,2 mm und 0,5 mm. Bisher galt es für den Anwender, den Spalt typischerweise manuell beziehungsweise halbautomatisiert einzustellen.
Arbeitsluftspalt wird automatisch eingestellt
Das innovative Verfahren von KEB übernimmt jedoch genau diesen Schritt – und zwar vollkommen automatisch. Damit entfallen aufwendige Bauteilvermessungen und die spezifischen Arbeitsluftspalteinstellungen. Durch das „Plug and Play“-Prinzip ist eine schnelle und einfache Inbetriebnahme der Kupplung möglich. Kunden können hierdurch ihre Abläufe optimieren und Fehlerquellen reduzieren.
„Durch die automatische Einstellung des Arbeitsluftspalts wird ein neuerlicher Verschmutzungseintrag im Kundensystem verhindert. Der voreingestellte Luftspalt bleibt bis zur Inbetriebnahme erhalten“, sagt Nolte. „Jede Kupplungseinheit hat einen kompletten Einlaufzyklus erfolgreich absolviert und ist sofort in der Applikation einsetzbar.“
Reibbeläge übernehmen die Arbeit
Der von KEB entwickelte Mechanismus bietet somit für den Anwender eine Vielzahl von Vorteilen. Die zugrundeliegende Funktionsweise baut auf den zwei Reibbelägen auf, die sich im Rotor der Kupplung befinden. Dabei dient der äußere Belag zur Drehmomentübertragung. Der innere Belag, auch Opferreibbelag genannt, dient zur Einstellung des Arbeitsluftspaltes während der Endmontage der Einheit.
Die Ankernabe trifft auf den Rotor mit den Reibbelägen. Durch einen definierten Programmablauf wird nun der Opferreibbelag so weit reduziert, bis der ideale Arbeitsluftspalt erreicht ist. Ohne weiteren Handlungsbedarf auf Seiten des Anwenders ist die Kupplung nun bereit für den direkten Einsatz in der gewünschten Applikation.
Direkt loslegen mit dieser Federkraftbremse
Wie die Kupplung basieren auch die Federkraftbremsen COMBISTOP S1 und COMBISTOP S1 Flat auf dem Plug&Play-Prinzip. Ein anbaufertig eingestellter Luftspalt ermöglicht die mühelose und besonders schnelle Inbetriebnahme. Welche Zeitersparnis das im Alltag bedeutet, wird deutlich, wenn man die manuelle Einstellung des Luftspalts betrachtet: So musste bisher der Luftspalt mit einer Fühlerlehre zwischen Ankerscheibe und Magnetgehäuse gemessen werden. In der anschließenden Prüfung wird entschieden, ob der Luftspalt nachgestellt werden muss (wenn der Wert über dem maximal zulässigen Luftspalt liegen sollte). Darauffolgend müssen die Befestigungsschrauben des Magnetkörpers leicht gelöst werden, um die Einstellschrauben und damit den Magnetkörper so zu positionieren, dass der Spalt dem Sollwert entspricht. „Der minimale Luftspalt muss so eingestellt sein, dass die Ankerscheibe beim Lüften nicht am Spulenkörper schleift. Er muss aber klein genug sein, um die volle Bremskraft zu erzeugen. All diese filigranen Schritte nehmen Zeit und Ressourcen in Anspruch. Daher freuen wir uns mit der S1 und der S1 eine Lösung anbieten zu können, die dem Anwender diese Arbeit abnimmt“, sagt Nolte.
Der vorab eingestellte Luftspalt ist nicht der einzige Vorteil der S1-Serie. Eine Besonderheit der Federkraftbremsen liegt in dem patentierten Reibsystem. Hierdurch erhält man ein wesentlich höheres Bremsmoment gegenüber konventionellen Federkraftbremsen. Beide Bremsenmodelle kommen zudem ohne Seltene Erden aus – und das bei einer Performance, die mit der einer Permanentmagnetbremse entspricht. Der Vorteil: eine erhöhte Unabhängigkeit von Materialien und sicherere Lieferketten für eine bessere Planbarkeit. Hier erfahren Sie, wie auch Sie unabhängig von Seltenen Erden werden.
