Bereit fürs Boot: Drive Controller jetzt marinezertifiziert

KEB COMBIVERT F6 Umrichter für Offshore-Anwendungen und Schiffe

Die COMBIVERT F6 Drive Controller von KEB Automation haben die Marinezertifizierung erhalten. Damit hat der Systemanbieter von Automatisierungs- und Antriebstechnik eine Umrichter-Lösung geschaffen, die für die Anforderungen von Schiffen, Offshore-Anwendungen, Schnellbooten und Co. optimiert ist. Insgesamt vier relevante Zertifikate wurden den F6 Drive Controllern erteilt. Dem voraus gingen umfangreiche Tests, bei denen die Geräte unter anderem verschiedenen anspruchsvollen Umgebungsbedingungen unterzogen wurden.  

Für die COMBIVERT F6 Drives von KEB heißt es jetzt: Leinen los. Denn die Frequenzumrichter in den Varianten „Applikation“ und „Pro“ stehen ab sofort für den Einsatz in verschiedenen Schiffsanwendungen zur Verfügung. Dabei besteht die Wahl zwischen einer luftgekühlten Einbau- oder Durchsteckvariante oder einer flüssigkeitsgekühlten Durchsteckvariante. Die Drives decken einen Leistungsbereich von 2,2 bis zu 450 kW ab und können mit den gängigen Filtern und Drosseln von KEB kombiniert werden. An Bord kommen die F6 Drives unter anderem für den Betrieb von Antriebssystemen, Hilfsmotoren oder künstlichen Netzwerken zum Einsatz.  

Derzeit bestehen vier Zertifizierungen 

Bureau Veritas (BV) hat den Einsatz auf allen Schiffen aus Stahl in der Umweltkategorie EC31 klassifiziert. Konkret bedeutet das, dass die Geräte für den Einsatz auf der Kommandobrücke und auf offenen Decks von Schiffen geprüft und zugelassen wurden. Die DNV-Zertifizierung besteht für Schiffe, Offshore-Anlagen sowie Schnell- und Leichtboote. Die Drives sind von Lloyd’s Register (LR) zertifiziert für Schifffahrts-, Offshore- und Industrieanwendungen für den Einsatz in den Umweltkategorien ENV1, ENV2 und ENV3 (Einsatz in allgemeinen Stromverteilungsbereichen) gemäß der Definition im Typenzulassungssystem von LR, Prüfspezifikation Nr. 1 – 2024. Abschließend besteht darüber hinaus die Zertifizierung der Drives für den Einsatz auf von ABS klassifizierten Schiffen und Offshore-Anlagen (gemäß den aufgeführten ABS-Regeln und internationalen Normen). Doch nicht nur die COMBIVERT F6 Drive Controller, sondern auch der dahinterstehende Produktionsprozess bei KEB wurde zertifiziert. So haben BV, DNV und LR eine umfangreiche Werksprüfung durchgeführt.  

Lösung für raue Umgebungsbedingungen 

„Maritime Anwendungsfelder bedeuten für die Antriebstechnik in der Regel besonders anspruchsvolle Umgebungsbedingungen. Unsere zertifizierten Drives sind daher für Temperaturbereiche von fünf bis 45 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von fünf bis 85 Prozent optimiert. Die Umrichter verfügen über die Schutzklasse IP20 und sind für den Einbau in Schaltschränken vorgesehen“, sagt Jean-Paul Rebelo, Projektleiter bei KEB Frankreich. Außerdem können die Geräte auch bei 45 bis 55 Grad Celsius betrieben werden mit einer Leistungsreduzierung von fünf Prozent pro Grad Celsius. Die Einlasstemperatur des Kühlmediums liegt bei der luftgekühlten Variante bei fünf bis 45 Grad Celsius und bei Flüssigkeiten bei fünf bis 40 Grad Celsius.  


Umfangreiche Tests 

Vor der Erteilung der Zertifikate durchliefen die Drive Controller zahlreiche Tests, die sich in Umweltprüfungen, Störfestigkeitsprüfungen bzw. die Prüfung auf elektromagnetische Verträglichkeit und Tests elektromagnetischer Emissionen unterteilen lassen. Im Rahmen der Umweltprüfungen wurden unter anderem die Vibrationsbelastungen, der Isolationswiderstand und das Verhalten der Drives bei einer Testspannung von 2.000 V getestet. Auch wurde aufgezeigt, dass der Einsatz der Geräte bei Kälte und trockener Hitze zu keinen Beschädigungen führt. Feuchte Hitze zählt ebenfalls zu den Bedingungen, unter denen die Drives operieren. Daher wurden sie in zwei Zyklen (je 24 Stunden) Temperaturen von bis zu 55 Grad Celsius bei über 95 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit ausgesetzt.  

Die Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit umfasste unter anderem die Prüfung von Schwankungen in der Stromversorgung, der Störfestigkeit gegen leitungsgebundene Niederfrequenzstörungen, elektrostatische Entladungen oder elektrische Transienten. Bestandteil der Tests war auch die Prüfung auf den Ausfall der Stromversorgung. Das entsprechende Prüfverfahren sah dabei drei Unterbrechungen innerhalb von fünf Minuten vor. Bei Geräten, die einen Startvorgang erfordern, war eine zusätzliche Unterbrechung während des Startvorgangs durchzuführen. Zwischen dem Ausschalten und dem erneuten Einschalten wurde eine Pause von 30 Sekunden vorgegeben. Im Zuge der Prüfung elektromagnetischer Emissionen wurden insbesondere die abgestrahlten und leitungsgebundenen Emissionen ins Blickfeld genommen.  


Das Antriebspaket aus einer Hand 

Als Systemanbieter stellt KEB Automation nicht nur die passenden Frequenzumrichter zur Verfügung, sondern bietet Anwendern die Möglichkeit, komplette Antriebslösungen aus einer Hand zu erhalten. So bietet sich auf kngen und Offshore Anlagen insbesondere die Kombination mit den passenden Motoren an. Bei bereits umgesetzten Anwendungen hat sich unter anderem das Zusammenspiel mit den Asynchron- oder Synchron-Reluktanzmotoren von KEB als starkes Paket erwiesen.  

„Ganz gleich, ob es sich um einen Turbokompressor oder ein Antriebssteuerungssystem geht – jede Schiffsanwendung ist unterschiedlich und hat ganz spezifische Anforderungen an die Antriebsauslegung. Wir freuen uns, dass wir mit den zertifizierten COMBIVERT F6 Drives eine leistungsstarke Lösung anbieten können, die genau auf die Bedürfnisse der Schiffs-Industrie abgestimmt ist“, sagt Rebelo.  

Ihr Kontakt bei KEB Automation

Jean-Paul Rebelo

Projektmanager bei KEB Frankreich

jean-paul.rebelo@keb.fr